Siemen Rühaak

wurde 1950 im ostfriesischen Osteel (heute: Marienhafe) geboren als Sohn künstlerisch begabter Eltern. Es wurde viel gesungen, der Vater schrieb plattdeutsche Theaterstücke, und so betrat Siemen Rühaak mit acht Jahren zum ersten Mal eine Bühne. Mit zehn gewann er einen Lesewettbewerb, mit 14 besaß er die erste Gitarre, und als er 15 war, wurden „Die Liberty Lovers“ geboren, eine Folk-Rock-Band, deren Lieder er selber schrieb und die einmal sogar als Vorgruppe der legendären „Lords“ spielen durfte. Mit 18 spielte er zur 400-Jahr-Feier seiner Schule den greisen König Leontes in einer Aufführung von Shakespeares Wintermärchen, und nach dem Abitur begann er eine Ausbildung an der staatlichen Hochschule für Musik und Theater in Hannover.

Er war an fast allen großen Theatern engagiert – nach Anfängerjahren in Braunschweig und Heidelberg in Bochum, in München an den Kammerspielen und am Residenztheater, am Thalia Theater Hamburg, am Deutschen Schauspielhaus und an den Städt. Bühnen Frankfurt, um nur einige zu nennen.
So blieb es nicht aus, dass sich auch das Fernsehen und der Film für ihn interessierten, in mehreren Fernsehserien avancierte er zum Publikumsliebling. Er spielte u.a. in der mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Serie Nur eine kleine Affäre. Mit Vadim Glownas Desperado City, der in Cannes den begehrten Prix Quinzaine des réalisateurs gewann, reussierte er auch im Kino.

Siemen Rühaak arbeitete als Regisseur in Wuppertal und Giessen, gründete in Bergach/Gengenbach im Schwarzwald die „Schelmenbacher Reiterspiele“ und schuf zahlreiche faszinierende Eigenproduktionen, mit denen er immer wieder in Deutschland, der Schweiz und Österreich auftritt.

CD-Produktionen von der Bearbeitung englischer Kinderlieder bis zu selbst komponierten und getexteten plattdeutschen Liebesliedern, unzählige Hörbücher und Hörspiele sowie „kulinarische Lesungen“ vervollständigen das Repertoire des vielseitigen Künstlers.

Siemen Rühaak
Siemen Rühaak

© Foto: Ruth Kappus