Ingo Naujoks

hat sich das Rollenspiel einfach selbst beigebracht, weil man ihm die Aufnahme an der Schauspielschule in Bochum verweigerte. So begann der Sohn eines Bochumer Stahlkochers am Theater "Kohlenpott" als Autodidakt und gründete 1986 seine eigene Theatergruppe, die er "Theatersyndikat Pavians Paten" nannte. Er war Sänger und Gitarrist der Punkbands "Fishbüro" und "Zarth", machte Kindertheater, Varieté und veranstaltete Lesungen, bis er 1989 am Schlosstheater Moers ein festes Engagement fand.

Seine erste Kinohauptrolle spielte er 1991 in der Komödie Karniggels von Detlev Buck, mit dem er 1993 ein zweites Mal in Wir können auch anders und 14 Jahre später in Hände weg von Mississippi wieder zusammen arbeitete. 1994 stand er für Doris Dörries Komödie Keiner liebt mich und 1995 für Joseph Vilsmaiers Schlafes Bruder vor der Kamera.

Sein Fernsehdebut gab er bereits 1990 in Klaus Emmerichs Bergarbeiter-Saga Rote Erde, es folgten Sönke Worthmanns Blues Man 1993 und 1997 Jo Baiers Dreiteiler Der Laden, der mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Inzwischen hat es Ingo Naujoks auf weit über 100 Rollen in Film und Fernsehen gebracht, darunter im Jahr 2000 in der Comedy-Serie Anke mit Anke Engelke und vier Jahre später in der Sitcom Bewegte Männer, für die er mit dem deutschen Comedy-Preis ausgezeichnet wurde.

Spätestens seit dem legendären Werbespot Der Spießer für eine bekannte Bausparkasse kennt ihn jeder Fernsehzuschauer – und auch seine Dauerrolle im Tatort von 2001 bis 2010 als Kriminalautor Martin Felser und Mitbewohner von Kriminalhauptkommissarin Lindholm alias Maria Furtwängler steigerte seine Popularität.

 

Seit 4 Jahren spielt Ingo Naujoks die Hauptrolle als Kriminaldirektor Lars Englen in der ARD-Serie Morden im Norden und ist zurzeit in dem Kinofilm Radio Heimat zu sehen. 2009 stand Naujoks erstmals nach 10 Jahren wieder auf einer Bühne und hat seitdem im Berliner Renaissance Theater, dem Theater am Kurfüstendamm und bei den Karl May Festspielen in Bad Segeberg in sehr unterschiedlichen Rollen auf der Bühne gestanden.

 

Ingo Naujoks

© Foto: Wolfgang Ennenbach