Loriot

Bernhard Victor ("Vicco") Christoph Carl von Bülow wurde am 12. November 1923 als Spross einer alten preußischen Adelsfamilie in Brandenburg an der Havel geboren und starb am 22. August 2011 in Ammerland. Seinen Künstlernamen "Loriot" wählte er nach der französischen Bezeichnung für das Wappentier seiner Familie, dem Pirol.
Nach einem Notabitur 1941 in Stuttgart und dem Kriegsdienst - unter anderem an der Ostfront - studierte er von 1947 bis 49 an der Kunstakademie in Hamburg und begann als Werbegrafiker zu arbeiten. 1950 veröffentlichte er erste Cartoons unter dem Pseudonym "Loriot" im Stern, später dann auch in der Illustrierten QUICK, größere Popularität gewann er aber erst, als er von 1967 bis 72 als Autor und Hauptdarsteller in der TV-Serie Cartoon auf einem Biedermeier-Sofa sitzend seine Sketche und Zeichentrickfiguren vorstellte. Es folgte die Fernsehsendung Loriots Telecabinet und die Serie Loriot I - VI, sowie die Kinofilme Ödipussi undPappa ante portas.

Darüber hinaus umfasst das Œvre Vicco von Bülows unzählige Buchveröffentlichungen, CD-Einspielungen, Theater- und vor allem Opern-Inszenierungen und -Bühnenbilder sowie Texte (unter anderem zuKarneval der Tiere von Saint-Saëns) und sogar gelegentliche Auftritte als Dirigent.
Außer dem Großen Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wurden dem vielseitigen Künstler unter anderem die folgenden Auszeichnungen verliehen: der Adolf Grimme-Preis, die Goldene Kamera, eine Goldene Schallplatte, der Deutsche Schallplattenpreis, die Goldene Europa, der Karl-Valentin-Orden, der Bayerische Filmpreis, der Deutsche Filmpreis, der Bayerische Verdienstorden, der Ernst-Lubitsch-Preis, das Goldene Grammophon, ein Ehrenbambi und der Ehrenlöwe des Fernsehpreises Der Goldene Löwe.

Loriot war Honorarprofessor der Akademie der Künste in Berlin-Brandenburg, Ehrenmitglied der Deutschen Oper Berlin, Ehrendoktor der Universität Wuppertal und Ehrenbürger der Stadt Brandenburg.

Dramatische Werke soll es seit etwa zweitausendfünfhundert Jahren geben. Das kann stimmen, es gab in Berlin schon Theateraufführungen, als ich noch ein Kind war.

Man spielte damals Stücke von Shakespeare, Molière, Lessing, Goethe, Schiller, Kleist, Ibsen, Strindberg, Hauptmann und ähnliches. Heute sind die genannten Autoren unbekannt und ihre Werke in Vergessenheit geraten. Das Publikum ist anspruchsvoller geworden.

Es erwartet die dramatische Verarbeitung von Problemen aus dem eigenen Lebensbereich. Infolge mannigfaltiger Belastungen durch Beruf, Familie und Freizeit ist der moderne Mensch jedoch kaum noch imstande, sich auf ein mehrstündiges Bühnenwerk zu konzentrieren. Aus diesem Grunde überschreitet so gut wie keines meiner Dramen eine Länge von fünf Minuten. Damit sind sie dem biologischen Rhythmus von Menschen und weißen Mäusen angepasst.

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