Jean Stuart

wurde als Sohn spanisch-schottischer Eltern in Monaco geboren und trat nach einem Jurastudium in die kaufmännische Verwaltung eines Chemieunternehmens ein, in dessen Auftrag er ganz Europa und die USA bereiste. Dann allerdings kündigte er seinen Arbeitgebern, entdeckte seine Leidenschaft für den Automobilrennsport und fuhr in verschiedenen internationalen Wettbewerben für die Autofirmen Porsche und Ferrari.

Beim Großen Preis von Montherey jedoch wird diese sportliche Karriere jäh beendet: Nach einem schweren Unfall, bei dem er wie durch ein Wunder unverletzt bleibt, gibt er seine Rennfahrerlaufbahn auf.

Er geht als Mitarbeiter einer Bergbaugesellschaft nach Afrika, lebt dort mehrere Jahre in Madagaskar, Südafrika und in Kenia und verbringt sechs Monate bei Dr. Albert Schweitzer in Lambarene. Nach einem Jahr in Angola, während dessen er Bekanntschaft mit den dortigen Gefängnissen machen muss, kehrt er nach Frankreich zurück und lernt Georges Simenon kennen - eine Begegnung, die ihn dazu bestimmt, in Zukunft seinen Lebensunterhalt als Schriftsteller zu verdienen.

Erste Erfolge stellen sich schnell ein: Schon 1968 wird sein erster Roman publiziert, seither hat Jean Stuart sieben Romane veröffentlicht, von denen L'homme qui valait des milliards und Le cave auch verfilmt wurden. Er schrieb die Drehbücher für mehrere französische und internationale Filme und übersetzte englische und amerikanische Theaterstücke.

1972 fand mit großem Erfolg die Uraufführung seiner Kriminalkomödie Hold up im Theâtre des Capucines in Paris statt - mit Eddie Constantine in der Hauptrolle. Unter dem Titel Ein gemütliches Wochenende war dieses Stück auch in Deutschland erfolgreich. Die Komödie Ankomme Dienstag - Stop - Fall nicht in Ohnmacht erlebte ihre Uraufführung in Madrid und wurde dort zu einem absoluten Publikumshit, dessen deutschsprachige Erstaufführung 1983 in der Komödie am Kurfürstendamm in Berlin stattfand und zu einem Erfolgsstück auf den deutschen Boulevard-Bühnen wurde mit fast 1000 Vorstellungen in 25 Inszenierungen.

Kurz nach Vollendung seiner Komödie Im Himmel ist kein Zimmer frei (Un strapontin au ciel) starb Jean Stuart - völlig unerwartet - im Jahre 1989. Erst jetzt hat seine Witwe das Stück aus seinem Nachlass zur Uraufführung freigegeben.