Michaela May

Obwohl sie schon 1963 in „Onkel Toms Hütte“ als Kind vor der Kamera stand, 1965 in „Heidi“, 1968 in „Jerry Cotton“ und 1969 in „Pepe, der Paukerschreck“, schlug sie nach dem Abitur zunächst einen anderen Weg ein und absolvierte eine Ausbildung als Kindergärtnerin. Doch parallel dazu kehrte der ehemalige Kinderstar immer wieder zu Film und Fernsehen zurück und spielte ab 1972 auch Theater in Berlin, Hamburg und München sowie auf vielen Tourneen, feierte zuletzt große Erfolge in der Komödie im Bayerischen Hof in München in Neil Cowards „Gefallene Engel“.

1974 erlebte sie dann ihren Durchbruch mit Helmut Dietls fast schon legendärer Serie „Münchner G’schichten“; sie wurde Star zahlreicher bayerischer TV-Produktionen wie „Monaco Franze“ und „Kir Royal“, ebenso von Helmut Dietl, sowie in den inzwischen Kultstatus erlangten Serien von Franz Xaver Bogner „Irgendwie und Sowieso“ und „Zur Freiheit“. Es folgten weitere erfolgreiche TV-Filme, Serien und Krimi-Reihen wie „Der Alte“, „Derrick“, „Ein Fall für Zwei“ und auch im „Tatort“ übernahm sie häufig die Episoden-Hauptrollen.

Später wechselte Michaela May mit Erfolg ins Charakterfach. In den Fernseh-Mehrteilern „Liebe und weitere Katastrophen“ spielte z.B. sie eine Obdachlose, in „Alles was Recht ist“ eine Richterin und in Marc Rothemunds Kinokomödie „Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit“ eine Kleptomanin. Außer der hoch gelobten Krimi-Reihe „Polizeiruf 110“ - für die sie als Kommissarin Jo Obermaier u.a. mit dem Deutschen Fernsehpreis und dem Adolf-Grimme-Preis in Gold ausgezeichnet wurde - drehte die vielseitige Schauspielerin in fast vierzig Jahren mehr als 200 Fernsehfilme gedreht, zuletzt „Die göttliche Sophie“ und „Die Sennerin“.

Auch mit ihren unterschiedlichen Lesungen sowie als Autorin ihres Buches „Mitten im Leben mit Yoga“ hat sich Michaela May einen Namen gemacht.
Seit 1996 engagiert sie sich für Kinder, die an der unheilbaren Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose leiden. Sie ist Mitglied im Kuratorium des Mukoviszidose e.V. und Patin im SOS-Kinderdorf Tema in Ghana. 2007 erhielt sie die „Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste“.

© Foto: Janine Guldener